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215-jährige Eiche hat jetzt viele Väter"

Baumpatenschaft feierlich an 1. Kompanie des Pionier-Bataillons 801 übergeben

Von IRIS STOFF

Storkow (MOZ) Höhe: 23 Meter, Stammdurchmesser: 1,28 Meter, und Stammumfang: 3,18 Meter ­ das sind die Daten der Friedenseiche auf dem Markt, die gestern feierlich als 16. brandenburgischer Patenbaum an die 1. Kompanie des Pionierbataillons 801 übergeben wurde. Die Soldaten haben sich im Rahmen der Patenschaft verpflichtet, den Platz um die ehrwürdige Eiche in Ordnung zu halten und sich in Zusammenarbeit mit dem Bundesforstamt um das Wohlergehen das Baumes zu kümmern.

Das Wort Pate kommt aus dem Lateinischen und heißt Vater. Seien auch Sie ihrem Patenbaum immer ein väterlicher Freund! rief Dr. Hans-Joachim Bormeister vom Vorstand des brandenburgischen Landesverbandes der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald gestern auf dem Marktplatz den Vertretern der 1. Kompanie des Pionierbataillons 801 zu, als er die Baumpatenschaft übergab. Es sei die 16. Baumpatenschaft in Brandenburg und deutschlandweit die erste, die von der Bundeswehr übernommen werde, betonte er und fügte hinzu: Dass sich die Soldaten gerade die Friedenseiche als Patenbaum ausgewählt haben, ist für mich ein besonders symbolträchtiger Akt. Und er wünschte allen inständig, dass es hier nie mehr nötig sein werde, nach einem Krieg eine Friedensbaum zu pflanzen. Damit nahm der Vertreter der Schutzgemeinschaft ganz aktuellen Bezug auf die Geschichte der Storkower Friedenseiche.

Die heute etwa 215 Jahre alte Eiche war, wie es historische Aufzeichnungen belegen, aus Freude über das Ende des Napoleonischen Krieges am 27. Dezember 1814 auf dem Marktplatz gepflanzt worden. In feierlichem Zuge wurde der Baum damals vom Berliner Tor, wohin er vorher vom Türkenberge geschafft worden war, eingeholt und ­ von sechs Jungfrauen begleitet ­ zum Marktplatz geführt. Weitere solche Friedenseichen oder Freiheitsbäume in der Umgebung Storkows befinden sich zum Beispiel in Phila-delphia, Selchow und Schwerin.

Die Soldaten haben gleich zugestimmt, als diese Baumpatenschaft über Gudrun Kalbus von der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald an unsere 1. Kompanie herangetragen wurde, sagte Kompaniechef Major Frank Lochau in seiner kleinen Ansprache. Er verwies auch auf den Patenschaftsvertrag, der seine Kompanie mit der Stadt Storkow seit August 1998 verbinde, sowie die sehr guten Beziehungen zum Bürgermeister, dem Schützenverein, der Freiwilligen Feuerwehr und dem Fußballverein. Major Lochau: ^ÓDurch die Patenschaft für die Friedenseiche, die ja ein prägendes Merkmal der historischen Innenstadt ist, erhoffen sich unsere Soldaten weitere Impulse im gemeinsamen Miteinander. Wir werden den Baum und den Platz drum herum hegen und pflegen.

Stabsunteroffizier Daniel Thamm und Obergefreiter Gunther Baumann betrachten sich das Bild ihres Patenbaumes, der Storkower Friedenseiche. Die Exposition mit Baum-Bildern von Gudrun Kalbus ist seit gestern im Friedensdorf zu betrachten. Die Hobby-Künstlerin, die die Baumpatenschaften in Brandenburg in Brandenburg organisiert, hatte zuvor einige zu Herzen gehende Geschichten rund um die einzelnen Bäume und ihre Paten erzählt.

Gestern wurde auf dem Storkower Marktplatz die 16. Baumpatenschaft im Land Brandenburg übergeben. Das Foto zeigt Soldaten der 1. Kompanie des Pionierbataillons 801, die die wuchtige Friedenseiche unter ihre Fittiche genommen haben, zusammen mit Vertretern der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald sowie der Stadt und des Amtes.

Märkische Oderzeitung, 19. April 2001

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